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Gewinnspiele rechtssicher durchführen: Was Creator wissen müssen

Winbase Team·24. Mai 2026·6 min Lesezeit

Gewinnspiele und das deutsche Recht — ein Überblick

Wer in Deutschland öffentlich eine Verlosung oder einen Wissens-Wettbewerb ausrichtet, bewegt sich in einem geregelten rechtlichen Rahmen. Die entscheidende Frage vorab: Handelt es sich um ein Glücksspiel, eine Lotterie oder ein Preisausschreiben? Die Antwort bestimmt, welches Gesetz gilt — und ob eine Erlaubnis benötigt wird.

Winbase ist als Plattform so konzipiert, dass Raffles und Competitions jeweils im richtigen rechtlichen Rahmen ablaufen. Das zugrundeliegende Konzept wurde anwaltlich geprüft und freigegeben. Dennoch trägst du als Creator die Verantwortung für deine eigene Veranstaltung.


Die drei Rechtsrahmen im Überblick

1. Glücksspiel — Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021)

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (in Kraft seit 1. Juli 2021) regelt in Deutschland das gewerbliche Glücksspiel: Online-Casinos, Sportwetten, Online-Poker und Lotterien mit Gewinnausschüttung. Ein Glücksspiel liegt vor, wenn:

  • ein Einsatz (Geldbetrag oder geldwerter Vorteil) gezahlt wird,
  • der Ausgang überwiegend vom Zufall abhängt und
  • ein Entgelt für die Teilnahme verlangt wird.

Für Winbase-Raffles und -Competitions gilt: Der GlüStV 2021 ist nicht anwendbar, solange die Teilnahme kostenlos ist und kein finanzieller Einsatz verlangt wird. Wer für die Teilnahme an einer Raffle oder Competition kein Geld zahlt — auch nicht versteckt über Premium-SMS, kostenpflichtige Registrierungen oder ähnliches — betreibt kein Glücksspiel im Sinne des GlüStV.

Grenze: Sobald du auch nur einen symbolischen Kostenbeitrag als Teilnahmevoraussetzung verlangst (z.B. „Kauf eines Produkts = Teilnahme"), kann der GlüStV greifen. Das Prinzip „Kauf oder kostenlose Teilnahme alternativ" (sogenannte „Gratis-Alternative") entschärft dies — ist aber juristisch nicht immer eindeutig und sollte im Zweifelsfall abgeklärt werden.


2. Raffles (Verlosungen) — § 33d Gewerbeordnung (GewO)

Für kostenlose Verlosungen, bei denen Zufall allein über den Gewinner entscheidet, gilt § 33d GewO. Er erlaubt sogenannte „kleine Lotterien" ohne behördliche Erlaubnis — unter diesen Voraussetzungen:

Erlaubt (ohne Genehmigung):

  • Kostenlose Teilnahme für alle (kein Kaufzwang)
  • Verlosung unter fest definierten Teilnehmern
  • Digitale Verlosungen mit reproduzierbarem Zufallsprinzip
  • Kein überwiegend kommerzieller Charakter der Veranstaltung

Nicht ohne weiteres erlaubt:

  • Kaufzwang als Voraussetzung für die Teilnahme
  • Versteckte Kosten (z.B. Premium-SMS zur Teilnahme)
  • Täuschende Gewinnversprechen
  • Werbung, die falsche Gewinnchancen suggeriert

Winbase-Raffles sind so gebaut, dass die Teilnahme stets kostenfrei ist. Die Bedingungen (Follows, Shares, Video anschauen etc.) dürfen keine monetäre Hürde darstellen.


3. Competitions (Wissens-Wettbewerbe) — § 661 BGB und kein Glücksspiel

Hier liegt der entscheidende rechtliche Unterschied zu Raffles:

Eine Competition auf Winbase ist ein Preisausschreiben im Sinne von § 661 BGB — kein Glücksspiel und keine Lotterie. Der Gewinner wird nicht durch Zufall bestimmt, sondern durch Können und Wissen: Wer alle Fragen korrekt beantwortet, qualifiziert sich. Erst bei mehreren korrekten Teilnehmern greift der Tiebreaker (Antwortgeschwindigkeit).

Rechtlich relevant ist dabei die Primärentscheidung: Da die erste Hürde Wissen ist (Richtig/Falsch), handelt es sich um ein Geschicklichkeitsspiel — nicht um Glücksspiel. Der Tiebreaker durch Zeit ist ein sekundäres, neutrales Kriterium, das allen Teilnehmern unter gleichen Bedingungen begegnet (Zeit läuft individuell ab Teilnahmebeginn, nicht von einem globalen Startzeitpunkt).

Was das für dich bedeutet:

  • Competitions fallen nicht unter den GlüStV 2021
  • Competitions fallen nicht unter § 33d GewO (der gilt nur für reine Zufallsverlosungen)
  • Competitions sind grundsätzlich erlaubnisfrei — vorausgesetzt, sie sind kostenlos und die Fragen sind eindeutig beantwortbar

Wichtig: Wer bei der Fragegestaltung schummelt (z.B. absichtlich mehrdeutige Fragen, um Willkür zu ermöglichen), verlässt das rechtlich sichere Terrain. Fragen müssen eindeutig richtige Antworten haben.


Pflichtangaben in deinen Teilnahmebedingungen

Sowohl für Raffles als auch Competitions gilt: Klare, vollständige Bedingungen schützen dich rechtlich und schaffen Vertrauen. Pflicht sind:

  1. Wer darf teilnehmen? (Alter, Wohnsitz — z.B. „Nur Personen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland")
  2. Wie lange läuft die Veranstaltung? (Start- und Enddatum)
  3. Wie wird der Gewinner ermittelt?
    • Raffle: „Zufallsziehung mit veröffentlichtem Seed (Winbase-Transparenzprotokoll)"
    • Competition: „Vollständig korrekte Antworten, Tiebreaker: kürzeste Elapsed Time ab individuellem Teilnahmebeginn"
  4. Was passiert mit den Daten? (Datenschutzhinweis)
  5. Wie wird der Gewinn übergeben? (Versand, Selbstabholung, Digital)
  6. Wann verfällt ein Gewinnrecht? (z.B. „Keine Rückmeldung binnen 14 Tagen = Neuziehung bzw. nächstbester Teilnehmer")
  7. Ausschluss von Mitarbeitern und Angehörigen (Best Practice)

Winbase stellt dir ein Freitextfeld für Bedingungen zur Verfügung — nutze es konsequent.


Datenschutz (DSGVO)

Mit der Teilnahme an Raffle oder Competition erhebst du als Creator personenbezogene Daten. Das bedeutet:

  • Einwilligung: Durch die Teilnahme stimmen Nutzer der Verarbeitung ihrer Daten für die Abwicklung zu (Winbase regelt das plattformseitig)
  • Zweckbindung: Daten dürfen nur für die Abwicklung genutzt werden — kein Eintrag in Newsletter ohne explizite separate Einwilligung
  • Löschung: Nach Abschluss und Versand des Gewinns keine unnötigen Daten mehr speichern

Wenn du Social-Media-Follows als Bedingung nutzt, erhältst du über Winbase keine Follower-Daten — das ist bewusst so gestaltet.


Werbung und Kennzeichnungspflicht

Wenn du eine Raffle oder Competition über Social Media bewirbst:

  • Kennzeichnungspflicht: Gewerbliche Gewinnspiele im Rahmen einer Kooperation müssen als Werbung/Sponsored Content gekennzeichnet werden
  • Keine irreführenden Aussagen: „100 % Gewinnchance" oder „Jeder gewinnt" sind unzulässig
  • Realistische Angaben: Gewinnchancen hängen von der Teilnehmerzahl ab — verweise auf Winbase für die transparente Auswertung

Mindestalter und Wohnsitz

Wenn du Alkohol, Tabak oder altersbeschränkte Produkte verlost oder als Competition-Preis vergibst, ist eine Altersprüfung Pflicht. Winbase bietet aktuell keine integrierte Altersprüfung — stelle dies über deine Bedingungen und eine manuelle Prüfung bei der Gewinnerbenachrichtigung sicher.

Für Veranstaltungen, die nur in bestimmten Ländern zulässig sind: Schränke die Teilnahme explizit auf erlaubte Regionen ein.


Was Winbase für dich übernimmt

Als Plattform stellt Winbase sicher:

  • Reproduzierbare Ziehung (Raffle): Der Seed wird nach der Ziehung veröffentlicht — das Ergebnis ist jederzeit nachprüfbar
  • Faire Auswertung (Competition): Korrektheit der Antworten und Elapsed Time werden serverseitig berechnet, nicht manipulierbar
  • Keine Nachmanipulation: Weder Creator noch Admin können ein Ergebnis nachträglich verändern
  • Transparente Teilnehmerliste: Jeder Teilnehmer kann seine Registrierung bestätigt sehen
  • Timestamping: Teilnahmezeitpunkte werden serverseitig gespeichert — kein Nachmelden möglich

Diese Maßnahmen schützen dich als Creator vor dem Vorwurf der Manipulation — bei Raffle und Competition gleichermaßen.


Fazit: Raffle vs. Competition — rechtlich auf einen Blick

Merkmal Raffle Competition
Rechtsgrundlage § 33d GewO § 661 BGB
GlüStV anwendbar? Nein (kein Einsatz) Nein (Geschicklichkeit)
Gewinner durch Zufall (Seed-Ziehung) Wissen + Tiebreaker
Erlaubnispflichtig? Nein (wenn kostenlos) Nein
Risiko bei Kaufzwang Ja (GlüStV-Nähe) Ja (GlüStV-Nähe)

Die Plattform ist darauf ausgelegt, beide Formate gesetzeskonform abzuwickeln. Deine Aufgabe als Creator: Klare Bedingungen formulieren, Datenschutz beachten, transparent kommunizieren.


Hinweis: Dieser Artikel ist kein Rechtsbeistand und ersetzt keine individuelle rechtliche Beratung. Bei konkreten Fragen — insbesondere bei Kooperationen, hohen Gewinnsummen oder grenzüberschreitenden Veranstaltungen — wende dich an einen Anwalt für Wettbewerbs- oder Gewerberecht.